Onlineshop starten: Schritt für Schritt für Autohaus und Teilehandel.
Ein Onlineshop ist mehr als eine Website: Anmeldung, Steuern, Rechtstexte, Zahlung und Versand gehören dazu. Hier steht der Ablauf in 10 Schritten – und was in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien und Luxemburg jeweils gilt.
Stand: 2. November 2026 · CockpitDekor AutoWeb · Lesezeit ca. 6 Minuten

- Auch wer nur online verkauft, muss sein Unternehmen anmelden – je nach Land beim Gewerbeamt, in der KVK, der KBO oder im Handelsregister.
- Seit 19. Juni 2026 brauchen Shops in der EU einen Widerrufsbutton.
- KI-Chatbot und KI-Bilder müssen gekennzeichnet sein.
- Für Teile zählen Fahrzeugfilter, Produktsicherheit (GPSR) und Gefahrgut-Regeln.
In 10 Schritten zum eigenen Onlineshop
- Geschäftsmodell prüfenWelche Teile, Fahrzeuge oder Leistungen verkaufen Sie online? An Privatkunden, Werkstätten oder beide?
- Unternehmen anmeldenGewerbe oder Handelsregister je nach Land (siehe Tabelle) – auch wenn Sie nur online verkaufen.
- Steuern klärenMwSt-Nummer, bei Verkäufen an Privatkunden in andere EU-Länder über 10.000 € im Jahr das OSS-Verfahren.
- Domain und Shopsystem wählenEigene Domain, sicheres HTTPS, ein Shopsystem, das Fahrzeugfilter und mehrere Sprachen kann.
- Rechtstexte erstellenImpressum, AGB, Widerrufsbelehrung mit Widerrufsbutton, Datenschutz – in jeder Sprache Ihres Shops.
- Produktdaten vorbereitenHersteller und Ansprechpartner in der EU (GPSR), Sicherheitshinweise, Fahrzeugzuordnung, eigene Texte und Fotos.
- Zahlung einrichtenMehrere Zahlungsarten, z. B. Karte, PayPal, SEPA, Rechnung – je Land die üblichen (iDEAL, Bancontact, TWINT).
- Versand und VerpackungVersanddienst mit Etiketten, Verpackung je Land registrieren bzw. lizenzieren, Gefahrgut wie Batterien klären.
- KI und Barrierefreiheit beachtenKI-Chatbot und KI-Bilder kennzeichnen; Barrierefreiheit gilt ab 10 Mitarbeitern oder 2 Mio. € Umsatz.
- Testen und startenTestbestellung mit Zahlung, Rechnung und Etikett – erst dann live gehen und bei Google anmelden.
Was gilt in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Benelux?
| Land | Anmeldung | Wichtig für den Shop |
|---|---|---|
| Deutschland | Gewerbe beim Gewerbeamt anmelden, Fragebogen zur steuerlichen Erfassung beim Finanzamt; GmbH zusätzlich ins Handelsregister | Impressum, Widerrufsbelehrung und Widerrufsbutton, Datenschutzerklärung, Verpackungsregister LUCID |
| Österreich | Gewerbeberechtigung (Handelsgewerbe), Anmeldung beim Finanzamt; GmbH ins Firmenbuch | Informationspflichten nach E-Commerce-Gesetz, 14 Tage Rücktritt nach FAGG, Verpackungen lizenzieren |
| Schweiz | Eintrag im Handelsregister ab CHF 100.000 Umsatz pro Jahr, MWST-Pflicht ab CHF 100.000 Umsatz | Name und Adresse auf der Website (UWG), Preise in CHF inkl. MWST; kein gesetzliches Widerrufsrecht, für EU-Kunden gilt aber EU-Recht |
| Niederlande | Eintrag im Handelsregister der KVK, die Steuer-Nummer kommt automatisch von der Belastingdienst | Widerrufsrecht und Widerrufsbutton, nicht nur iDEAL als Zahlungsart, Geschäftsunterlagen 7 Jahre aufbewahren |
| Belgien | Eintrag in der Zentralen Datenbank der Unternehmen (KBO/BCE) über einen Unternehmensschalter, MwSt aktivieren | Unternehmensnummer auf der Website, E-Rechnung über Peppol im B2B seit 2026, Etiketten in der Sprache der Region |
| Luxemburg | Niederlassungsgenehmigung (autorisation d’établissement) für den Handel, Eintrag im Handelsregister (RCS), MwSt-Anmeldung | feste Betriebsstätte in Luxemburg nötig; Informationspflichten und Widerrufsrecht wie in der EU |
Vereinfachte Übersicht, Stand November 2026. Verkaufen Sie an Verbraucher in einem anderen Land, gelten zusätzlich deren Verbraucherrechte. Einzelheiten klären Sie mit Kammer, Steuerberater oder Anwalt.
Darauf achten Autohäuser und Teilehändler zusätzlich
Fahrzeugzuordnung
Kunden suchen nach Marke, Modell und Baujahr. Ohne Fahrzeugfilter steigen Fehlkäufe und Retouren.
Gefahrgut
Batterien, Öle und Spraydosen haben eigene Versand- und Rücknahmeregeln – vorab mit dem Versanddienst klären.
Produktsicherheit
Seit Dezember 2024 brauchen Produktseiten Hersteller- und EU-Kontaktdaten (GPSR). Marktplätze prüfen das streng.
Firmenkunden
Werkstätten bestellen auf Rechnung. In Deutschland ab 2027/2028 als E-Rechnung, in Belgien schon über Peppol.
Zahlungsarten: was sich gerade ändert
Wero kommt in den Checkout
Die europäische Bezahl-App Wero ist seit Ende 2025 in deutschen Onlineshops nutzbar, seit März 2026 auch in Belgien. In den Niederlanden geht iDEAL schrittweise in Wero über – zuerst als „iDEAL | Wero“ im Checkout.
PrestaShop 9.2 und Zahlungsmodule
Im PrestaShop-Marktplatz sind 151 Zahlungsmodule für Version 9.0 freigegeben, für 9.2 erst 85 (Stand 2. November 2026). Mehrere bekannte offizielle Module sind für 9.0 freigegeben, aber noch nicht für 9.2. Vor dem Update prüfen wir jedes Modul einzeln.
One Page Checkout testen
Der neue One Page Checkout in 9.2 kann bei Zahlungs- und Versandmodulen Anpassungen erfordern. Deshalb: erst auf einer Testkopie bestellen und bezahlen, dann live gehen.
Länderübliche Zahlarten
Deutschland: PayPal, Karte, Rechnung, SEPA. Niederlande: iDEAL | Wero. Belgien: Bancontact. Schweiz: TWINT. Anbieter wie Mollie oder Stripe bündeln viele davon in einem Modul.
Freigaben ändern sich laufend – maßgeblich ist die Kompatibilitätsangabe des Moduls im PrestaShop Addons Marketplace.
Kurz beantwortet
Muss ich mich anmelden, wenn ich nur online verkaufe?
Ja. Wer regelmäßig und mit Gewinnabsicht verkauft, betreibt ein Unternehmen – egal ob online oder im Laden. Wo und wie Sie sich anmelden, steht in der Ländertabelle.
Brauche ich einen Shop pro Land?
Nein. Ein Shop mit mehreren Sprachen und Länder-Domains reicht oft aus, zum Beispiel als PrestaShop-Multishop. Preise, Zahlungsarten und Rechtstexte werden je Land angepasst.
Ab wann muss ich in anderen EU-Ländern MwSt zahlen?
Verkaufen Sie an Privatkunden in anderen EU-Ländern mehr als 10.000 € im Jahr, gilt die MwSt des Ziellandes. Über das OSS-Verfahren melden Sie diese gesammelt in Ihrem Land.
Gilt das Widerrufsrecht auch in der Schweiz?
Das Schweizer Recht kennt kein gesetzliches Widerrufsrecht für Online-Käufe. Verkauft ein Schweizer Shop an Verbraucher in der EU, gelten für diese Kunden aber die EU-Regeln.
Muss mein Shop barrierefrei sein?
Für Shops mit mindestens 10 Mitarbeitern oder mehr als 2 Mio. € Jahresumsatz gilt seit 28. Juni 2025 die Barrierefreiheitspflicht. Für kleinere Betriebe ist sie empfehlenswert, aber nicht vorgeschrieben.
Kann ich nur iDEAL anbieten?
In den Niederlanden nicht: Vorauszahlung darf nicht die einzige Möglichkeit sein. Bieten Sie zusätzlich z. B. Karte, PayPal oder Zahlung auf Rechnung an.
Ihren Onlineshop starten wir gemeinsam
Shop & Katalog ab 8.900 €, Website-Start ab 3.490 € – mehrsprachig, mit Fahrzeugfilter und Rechtstexten je Land.
Quellen
- Business.gov.nl: Step-by-step plan for starting an online business
- Ondernemersplein: Stappenplan webshop beginnen
- IHK: Online-Handel
- WKO: Der Weg zum eigenen Webshop
- KMU-Portal Schweiz: Gesetzliche Pflichten im E-Commerce
- KVK: E-commerce in België
- Guichet.lu: Autorisation d’établissement – commerce
- iDEAL: iDEAL vanaf 2026 stapsgewijs over naar Wero
- The Paypers: Wero expands e-commerce payments to Belgium
- PrestaShop Addons: Zahlungsmodule
- PrestaShop 9.2: Neuerungen (ecommerce-nation.fr)
Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Regeln können sich ändern – maßgeblich sind die verlinkten amtlichen Quellen.